Archive for the ‘Deutsch’ Category

Weihnachten

Author: Fi!

über-
schwänglich-
er weltweit-
glo-
baler
Altruismus
im weißen Schoko-
Nusskuchenmantel,
hektisch–überarbeitete,
scharf–klackend und lieb-
voll–reizende Schritte
übernächtigt–überladener
Passanten
halb–verfallene
schief–traurige Pfefferkuchen-
häuser, in einer dreckig–
dunklen Seitengosse – WAS?!
FÜNFZIG EURO?!
- Schüsse! das
Christkind erdrosselt am feucht–
kalten Boden, umgeben
von
unerwartet–fallengelassenen
Geschenken
, eisiger Wind durch-
weicht das Geschenkpapier mit blu-
tigem Schnee–Matsch.
das gepflegte und
gut–geölte Maschinengewehr MG 42 verschießt
bei sachkundig–fachlicher
Behandlung durch den
sorgfältig ausgebildeten Tötungs-Spezialisten 1500
Schuss pro Minute
, zerfetzte Leichenteile
eines Wildschweins auf Tellermiene an der
ehemals innerdeutschen Grenze
– „Darf’s noch
ein bisschen mehr sein?“
, fragt die abgespannt–
gestresste Fleischwaren-fachverkäuferin hinter der
verglasten Wursttheke
sie lächelt – durch die kratzenden
Kaufhauslautsprecher tönt zum 83sten mal „Jingle Bells“
der
Klirrfaktor ist fast–annähernd 1 – „Gänseleber ist leider ausverkauft.“
„Da hätten Sie schon vorbestellen
müssen!“
langsam kochende Wut gärt im Innern und neigt
grenzwertig zur unkontrollierten Explosionsgefahr
eindringliche Terror–Warnungen an idyllischen Bushalte-
stellen–Häuschen
, frischer Neuschnee bedeckt den mit Feinstaub
überzogenen abgebrochenen Gartenzwerg
, Vater kommt aus dem online–
durchsuchten Badezimmer
, seine Krawatte hängt so schief wie der Haussegen
Mutter schmückt den CO2–neutralen Plastiktannenbaum
Die graffitibeschmierte Tür öffnet sich ruckartig–quietschend
„Es tut mir Leid, Weihrauch dürfen Sie nicht im Handgepäck mitnehmen“
die Einfuhr von unbehandelten Roh–Ei und Milchprodukten ist wegen Salmonellen-
gefahr gar
generell verboten!wehleidig blickt Oma dem, in der mit den Worten„Biogefähr-
dend“ beschrifteten Mülltonne
entsorgten, Nürnberger Spritzkuchenteig
hinterher
„Frohe Weihnachten“, wünscht der Zoll–Beamte – er lächelt nicht!
Gloria in
excelsis!

(pause)
Also, mehr kommt da nicht! – Das Deo enthält mehr als 100 ml

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Aus der Sammlung: Morbide Weihnachtsgeichte, die sich nicht reimen, aber von weiter weg betrachtet so ähnlich wie ein hübscher, bunter Tannenbaum aussehen

Erstveröffentlichung: D. Grauert – Dez. 2008
Designidee: Dr. Knispel – Dez. 2011

Herzberg, die Esperanto-Stadt


RTL Regional berichtet über die Esperanto-Stadt Herzberg am Harz, den Esperanto sprechenden Bürgermeister, die riesige Esperanto Bibliothek und warum Jugendliche in Herzberg Esperanto lernen.

Nachdem Google schon zum 150. Geburtstag von L.L. Zamenhof sein deutsches Doodle angepasst hat, ist nun etwas passiert, worauf die (Esperanto-)Welt lange gewartet hat: Google Sprachtools kann ab sofort auch Esperanto übersetzen!

Screenshot Google Sprachtools

Google Sprachtools kann neuerdings auch Esperanto

Am 22. Februar wurde die Erweiterung von Google translate um die seit 125 Jahren genutzte Sprache im Google translate blog bekanntgegeben. Damit ist Esperanto die 64. Sprache die Google in sein automatisches, webbasiertes Übersetzungsprogramm aufnimmt. Bei Wikipedia ist Esperanto schon seit längerem unter den TOP 40 gelistet und Google bietet auch schon einige Zeit eine Esperantoversion seiner Suchmaske an. Das aus allen 6909 derzeit bekannten lebenden Sprachen es jetzt gerade Esperanto geschafft hat dem Suchmaschinen-Giganten nicht nur aufzufallen, sondern auch für würdig genug befunden wurde ein Übersetzungsprogramm zu programmieren, zeigt Googles Wertschätzung jener Sprechergruppe, die sich klar abhebt von der sonstigen landläufigen Meinung zu Esperanto. Google als produktiv denkendes, gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen würde nicht viel Geld in die Entwicklung einer aufwändigen Übersetzungssoftware stecken, wenn man sich davon keinen wirtschaftlichen Vorteil verspräche. Wenn also ein Wirtschaftsriese wie Google die als klein und exotisch verschrieene Sprechergemeinschaft für ausreichend marktwirtschaftlich interessant hält, dann kann diese wohl doch nicht so ausgestorben, tot, gescheitert und unbedeutend sein, wie sie oftmals gern dargestellt wird. Möglicherweise hilft ja auch diese erstmalige Beachtung durch ein so großes und einflussreiches Wirtschaftsunternehmen, mit den alten Vorurteilen aufzuräumen.

Diese Adelung der von Zamenhof initiierten Welthilfssprache durch Google hat aber auch seine Schattenseiten. Esperanto verliert dadurch seinen Status als “Geheimsprache”. Nicht das sich diese besonders gut als solche taugen würde. Eher das Gegenteil ist der Fall. Auf einer längeren Bahnfahrt sagte mal eine junge Slowakin neben mir das sie 30% meines Gesprächs mit meinem Gegenüber verstanden hätte. Ich habe auch schon mehrfach Leute getroffen, die sich Esperanto in weniger als einem Monat beigebracht haben. Das ist für den Kenner aber auch nicht weiter verwunderlich! Schließlich wurde diese Sprache ja extra so konzipiert und angepasst, dass sie eben deutlich leichter erlernbar ist, als jegliche sonstige Nationalsprache.

Früher konnte man die Welt unterteilen in jene die Esperanto beherrschen und den Rest. Der Rest hatte zumindest seine Schwierigkeiten Esperantotexte zu lesen, und darum musste man auch Interna nicht sonderlich sorgsam vor Zugriff durch die Allgemeinheit schützen. Man konnte auch recht sorglos und quasi ohne Selbstzensur schreiben, unter dem Schutz, dass die Allgeimeinheit es eh nicht versteht.

Das ist nun auf einen Schlag anders. Plötzlich kann Jedermann auch in die verborgenen Tiefen komplexerer Esperanto-Websites eindringen, Dokumente übersetzten, Texte lesen. Das ist einerseits schön, macht es doch die herrlich kunterbunte und kulturell vielfältige Esperantowelt zugänglicher. Es macht sie aber auch angreifbarer. Sei es Werbung oder Scamming – man kann jetzt quasi ohne Aufwand Vertrautheit und Zurgehörigkeit vorgaukeln. Die Esperantowelt muss sich darauf gefasst machen und darüber hinaus ihre Sicherheitsmechanismen überprüfen und ggf. aktualisieren!
Besonders die ältere Generation muss auf die Gefahr des bisher nicht existenten, jedoch jetzt möglichen Scammings hingewiesen werden!

Der Anreiz Esperanto zu lernen wird sich nun für Manche verringern, da Lernfaule es nun einfacher haben. Viele Anfänger jedoch werden die neue Google Funktion sehr zu schätzen wissen, beschleunigt sie doch das Eintauchen in die neue Sprache vehement. Und Aktivisten der Wikipedia-Gemeinde & Co. werden sich auch sehr freuen. Lässt sich doch viel Zeit sparen indem man nun lange Textpassagen erst mal durch Google jagt und dann lediglich noch das Ergebnis überarbeitet.

Im Google translate blog war man übrigens schwer verwundert darüber wie wenig Trainings-Material für den Übersetzungs-Roboter doch nötig gewesen sei, verglichen mit anderen Sprachen. Und man war erstaunt über die hohe Qualität der Übersetzungen. Als Kenner der Sprache ist man da natürlich weniger bis gar nicht erstaunt. Wie leicht und logisch Esperanto funktioniert, weiß man aus der eigenen Praxis.

Niemand kann voraussagen was in Kürze noch so alles kommt. Vielleicht gibt es ja schon bald den Browser Google Crome oder das Betriebssystem Android ebenfalls in Esperanto, wer weiß?

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Foto: Screenshot von Google

Hardcore Volapük

Author: Fi!

Heute mal was über eine andere Plansprache: Volapük. Eine 1880 von einem Pfarrer erfundene Sprache, die zu einem Großteil auch aus dem Englischen entlehnt ist, was man aber kaum merkt wenn man es nicht weiß. Sie wird heutzutage kaum noch gesprochen, war aber mal seinerzeit die erste verbreitete und praktisch verwendete Plansprache.

Hier eine Hörprobe:

no vilob dalilön spikami ola
e fümiko no neodob yufi ola
klu obinos gudikum if mogolol
igo kanol deadön, si kanol

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Fonto: Eterne Rima

Interkulturelle Kompetenz: die Qualifikation für die Zukunft!
In Hamburg oder in der Welt – wir leben und arbeiten mit den unterschiedlichsten Kulturen zusammen. Damit dies gelingen kann, benötigen wir interkulturelle Kompetenz.
Aber was ist das eigentlich genau? Wie verhält man sich in einem Umfeld verschiedenster Kulturen? Und wie lernt man interkulturell am besten?
Erfahren Sie die Hintergründe zu diesem interessanten Thema und sammeln Sie neue Anregungen für ein besseres Miteinander der Kulturen.

Wir laden Sie herzlich ein zum
Vortragsworkshop „Interkulturelle Kompetenz“:

Am 03.03.2011 um 19.30 Uhr im Kulturladen St. Georg.

Unsere Referentin von der Firma KulturKonsens:
Johanna Grünhagen,
Dipl.-Pädagogin und Trainerin für interkulturelle Kompetenz

Wir freuen uns auf Sie und auf einen interessanten Abend mit Ihnen!

Denglisch 2.0

Author: Fi!

Die wunderschöne deutsche Sprache immer nur mit Anglizismen verunreinigen ist langweilig, und nebenbei bemerkt auch im sprach-imperialistischen Sinne ungerecht. Darum werde ich nun anfangen neben englischen auch Esperantoworte in die Alltagssprache mit einzubauen. Das Ganze kann man dann Desperanto nennen. Oder als Kurzform: Deppo! (Na ja, eigentlich mit einem ‘p’ aus D + Epo, aber der gemeine Deutsche neigt ja dazu, ein schnell gesprochenes ‘p’ durch eine Doppel-P auszudrücken)

  • Ich migriere durch den Wald. [migri]
  • Ich brauche fontalen Input! [fonto]
  • Sanglos ließ Dracula sie fallen. [sango]
  • Robo-Cop sieht wie ‘n Homo aus. [robo, homo]
  • Komischer Kaŭz’. [kaŭzo]
  • Du und du, zusammen seid ihr vier. [du]
  • Da kann ich nur Kopf-Jessen. [jes => kapjesi]
  • Ich fühl mich grad voll mallich. [malo]
  • Aber bitte mit Sano! [sano]
  • Ich steck mein Messer zurück in den Ingo. [ingo]
  • Airport-Security. Ich muss sie leider kontraŭlieren. [kontraŭ]
  • Das Besto wär, du fajfst deinen Fifi zurück. [besto, fajfi, fi]
  • Im Art-Kurs hab ich seine Katze getuscht. [arto, kaco, tuŝi]
  • Der lässt aber auch nichts anbrullen. [bruli]
  • Platscht dir meine Suppe? [plaĉi]
  • Vom Emo wird mir übel. [vomemo]
  • Hübsche Limo die du da hast! Fast so lang wie die Metro. [limo, metro]
  • Dein BMW ist nicht zu Aŭdi. [aŭdi]
  • Klar, der irrt ja auch in den stand-by. [iri]
  • Viele Ossis sind in der Disko aufgewachsen. [disko]
  • Ohne das sie litten machten sie durch. [lito => liten]
  • Lass mal den Diamant in der Kirche! [di'am'ant'o]
  • Wenn ich mir euren Verein anseh muss ich kotizen. [kotizi]
  • Ej, dein Taschen-Handy klingelt! [ej, poŝtelefono]
  • Meine Freundin koleriert mal wieder grundlos. [koleri]
  • Ja, aber nachher kulert ihr wieder im Bett rum. [kulero]

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Auch Lesenswert: “Wie geil ist das denn?”, “C’est une sale affaire”.

  • Ej, dein Taschen-Handy klingelt!

Welttoilettentag

Author: Fi!

Heute ist der Welttoilettentag! / Hodiaŭ estas internacia tago de la necesejo!

Voilà! Today it’s the World Toilet Day!
Enjoy your business!

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Wikipedia (de)

Und hier  mal wieder ein lustiges Fundstück aus dem Internet:

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Quelle: YouTube

Ich liebe dich

Author: Nicky

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Fonto: MajusArts